Kleiner Voreintrag: Eigentlich dachte ich, dass meine Rezension gut wäre. Dann habe ich den Beitrag von Isabella (@nochmehrbücher) gelesen und fühlte mich sofort ungelenk und wortkarg. Wenn ihr also restlos begeistert werden wollt, dann schaut euch auch unbedingt ihre Rezension an.

125 Tage Leben ist bereits das zweite Tina-Buch, dass ich innerhalb weniger Wochen vor dem Erscheinungstermin lese konnte. Obwohl dieses Exemplar erst am 23. Februar offiziell in den Verkauf geht, lieferte bereits ein Händler und so hatte ich das Glück das Buch nach meiner letzten Prüfung kaufen zu können. Ich war sehr gespannt auf dieses New Adult Abenteuer von Tina, ihre vorherige Reihe Royal Me mochte ich nämlich sehr.

Harper beginnt ihr erstes Semester in Little Springs unter einer Bedingung: 125 Tage hat sie Zeit zu beweisen, dass sie fernab ihrer Familie und Gemeinschaft funktionieren kann und ihr Leben leben. Mitbewohnerin Grace ist dabei eine große Hilfe, da sie den Campus bereits kennt und Harper gerne unter ihre Fittiche nimmt. Nur mit dem Nachbar Liam legt sich Harper hin und wieder an, da seine Neigung zu lauten Partys ihren wohlverdienten Nachtschlaf gefährdet.

Im Vorfeld wurde von diversen Bloggern und Rezensenten das Buch bereits gelobt, da es wohl die Klischees des NA-Genre auf die Schippe nimmt und widerlegt. Ich bin aufgrund dieses Statements recht kritisch gewesen, da einige andere Bücher das ebenfalls von sich behauptet haben und meiner Meinung nach nicht erfüllen konnten.

Mein erstes Treffen mit Harper verlief aber recht positiv. Sie hat feste moralische Vorstellungen und hegt einen starken Beschützerinstinkt gegenüber Tieren und Mutter Natur. Ich muss zugeben, dass ich ihre Schlagfertigkeit sehr begrüßt habe, sowas kann zwar schnell unnatürlich wirken, aber da Harper sich von sehr wenig beeindrucken lässt, passten ihre flotten Kommentare in die Gespräche. Damit habe ich bereits einen weiteren Punkt genannt, der mir gefallen hat: Harpers Gelassenheit. Harper bewertet Typen in allererster Linie – und Menschen allgemein – nach ihrem Charakter und Auftreten. Und nicht nach ihren Muskeln. Sie lässt sich also nicht so schnell einschüchtern, was oftmals auch zu sehr witzigen Szenen geführt hat, die nicht immer zu Harpers Gunsten geendet haben. Trotz der vielgelobten Freiheit, die das Collegeleben mit sich bringt, hat Harper einen festen Plan wie gewisse Dinge laufen soll. Eine Beziehung zum Beispiel, will sie in ihrem ersten Semester nicht anfangen. Sie hat gelernt, dass sie selbst an allererster Stelle stehen muss und ein Typ das oftmals durchkreuzen tut. Für ihre Selbstständigkeit kämpft sie in diesem Buch.

Manchmal konnte ich genauso arschig sein wie er. (S. 127)

Harpers Charakter klingt zudem in jedem Satz des Romans mit und ihr Witz und Charme haben mich oft zum Lachen gebracht. Ihre selbstironische Art ist zudem auch sehr erfrischend und begrüßenswert, denn Harper gibt sich keinen Illusionen über ihren Charakter hin. Sie weiß, dass sie Fehler hat und steht dazu. Viele Gedanken kenne ich von mir selber und es war schön einen Blick hinter die schlagfertige Kulisse zu werfen und zu sehen, dass Harper mit denselben Problemchen kämpft wie jeder andere auch.

Liam. Liam passte zu ihm, wie ich fand. So hießen sie doch immer, diese arroganten Typen, die der Welt ihre trainierten Oberarme und ihr heiß geliebtes Sixpack präsentieren mussten, um gewisse andere Stellen zu kompensieren. (S. 16)

Über Liam will ich gar nicht so viel verraten, außer, dass er seinen Charme hat und Harper wunderbar auf die Palme bringen kann. Er ist nicht der stereotype Bad-Boy, den man aus vielen Romanen kennt, aber auch nicht gerade etwas komplett neues. Liam hat ein paar Charakterzüge, die ihn interessant für Harper und Frauen im allgemeinen machen, aber dann besitzt er auch wieder diese netten Seiten, die ihn besonders machen. Ich finde, dass die Autorin mit Liam eine ganz gute Mischung zwischen den Extremen gefunden hat.

Der obligatorische Kampf mit der Vergangenheit und der Unvereinbarkeit mit dem neuen Leben ist dieses Mal etwas anders aufgezogen worden. Tina Köpke ist es gelungen eine sehr subtile Art von Gesellschaftskritik zu üben, die den Spagat zwischen Elternliebe, Respekt und Eigenständigkeit schafft. Dabei spielt auch Religion eine Rolle, wovon ich bisher noch nie in einem New Adult Roman gelesen habe und diese Änderung habe ich sehr begrüßt. Denn auch, wenn Religionen für mich keine Rolle spielen, tun sie das für einen Großteil der Bevölkerung und das in diesem Buch repräsentiert zu sehen, fand ich sehr wichtig. Allerdings muss der Leser hier selbst entscheiden, wie er zu dem Thema Religion steht.

125 Tage Leben ist der New Adult Roman der neben Bücher wie Berühre mich. Nicht ins Regal gehört, weil er so viel mehr ist als das Standart 0815 Produkt. 125 Tage Leben überzeugt durch Bescheidenheit, große und kleine Lebensweisheiten und so viel Humor, dass man aus dem Lachen nicht mehr heraus kommt. Leser von Laura Kneidl und Mona Kasten lege ich dieses Buch wärmstens ans Herz.

Mein abschließendes Fazit ist also sehr positiv und ich freue mich auf weitere Romane der Autorin und vor allem aus Little Springs.


Autor*in: Tina Köpke • Titel: 125 Tage Leben • Verlag: Romance EditionSeiten: 359 • Format: Taschenbuch, eBook • Preis: 13,99€ (TB), 4,99 € (ePub) • Erscheinungstermin: 23. Februar 2018 • Neugierig?

2 thoughts on “[Rezension] 125 Tage Leben”

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