Für dieses Buch wurde in Deutschland ja schon mächtig die Werbetrommel gerührt und auch, wenn ich sonst selten Bücher über Superhelden lese, musste dieses natürlich in mein Regal. Gerade durch den Film mit Gal Gadot wurde ich angefixt und war neugierig darauf, die Geschichte Wonder Womans zu lesen, bevor sie als diese bekannt wurde.

Diana will sich ihrer Mutter und all den anderen Amazonen unbedingt beweisen und nimmt am legendären Rennen der Nemesinischen Spiele teil. Doch noch während sie führt, sieht sie wie kurz außerhalb der Grenzen der magischen Insel auf der die Amazonen leben, ein Schiff untergeht und eilt zur Rettung einer Überlebenden. Doch mit Alia kommt eine Krankheit auf die Insel und Diana riskiert nicht nur eine Verbannung, sondern alle anderen Amazonen, wenn sie sie nicht zurück in die Menschenwelt bringt. 

Das ist mein erstes Leigh Bardugo Buch, dass ich wirklich mochte. (Ich kann die Aufschreie hören!), ich habe mit dem ersten Band der Grisha-Reihe nicht besonders gute Erfahrungen gemacht, bin aber eine der Leserinnen, dierne chronologisch liest, weswegen ich den (hoffentlichen) Genuss von Six of Crows und Crooked Kingdom noch aufschiebe.

Im Prinzip mochte ich alles an dem Buch: Die Figuren, das Tempo, die Handlung, die Überraschungen.

Zu Beginn hatte ich ziemliche Schwierigkeiten in die Geschichte hinein zu finden, gerade weil man sofort in die Handlung einsteigt und als Laie natürlich keine Ahnung von der Politik der Insel Themyscira und ihren Figuren hat. Ich hatte mir gewünscht, dass  nochmal nachträglich eine Einführung kommt, das war allerdings nicht der Fall. Irgendwann ergab das Bild dann allerdings doch einen Sinn und circa 50 Seiten später fühlte ich mich sehr wohl mit der Geschichte.

Diana ist eine Figur mit der sich wahrscheinlich viele Teenager sehr gut identifizieren können, ich habe mich in ihrem Hunger nach Ruhm jedenfalls selbst wiedererkannt, damals habe ich allerdings begonnen Fanfiktions zu schreiben und nicht einen Krieg angefangen. Der Druck einem Erbe gerecht zu werden ist mir ebenfalls bekannt, wenn ich auch nicht eine fiese Tekmessa hatte, die mir das immer wieder unter die Nase reibt. Ich mag Dianas Ernsthaftigkeit und Ehrlichkeit, sie meint, was sie sagt. Keine Floskeln oder leeren Worte, das war erfrischend anders und gut. Außerdem regt Dianas Sportlichkeit meine eigene Motivation sehr an. Also für ein bisschen Workout-Motivation ist dieses Buch schon mal super!

Alia, die den anderen Erzählpart des Buches übernimmt, bewundere ich für ihre Willensstärke und Kampfgeist. Ihren Wunsch ihr Leben fernab von ihrer Familie, ohne Grenzen, leben zu können können vermutlich auch viele Leser nachvollziehen. Ihre Fähigkeit ist ebenfalls etwas ganz Besonderes und Spannendes, denn Alia ist ein Warbringer (dt. = Kriegsbringer), jemand der Konflikte in Menschen bereits durch seine bloße Anwesenheit schüren kann. Alia muss im Laufe des Buches gegen diese Fähigkeit ankämpfen und sich mit ihr arrangieren, was ich richtig cool finde. Diesen inneren Kampf lese ich richtig gerne, vor allem, wenn er mit gefährlichen Fähigkeiten einher kommt. Sowas zeigt immer, aus welchem Holz die jeweilige Person geschnitzt ist.

Die ganze Handlung des Buches baut auf Helena (Jaa, die von Troja) auf, die die Linie der Warbringer ins Leben gerufen hat und den daraus folgenden Auswirkungen. Natürlich ist Diana nicht die Einzige die von dieser Fähigkeit Alia’s weiß und verschiedene Parteien versuchen sie zu benutzen. Oder schlimmer: umzubringen. Wobei nicht alle Parteien menschlich sind. Griechische Mythologie spielt auch in diesem Buch eine Rolle, wenn sie auch nicht unbedingt mit dem Stil von Percy Jackson zu vergleichen ist. Beim Lesen merkt man einfach, dass dieses Buch Erwachsener ist, und ich finde es toll, wie gut die Folgen einer jeweiligen Handlung für andere – unbeteiligte – gezeigt wurden.

Neben einem tollen Erzähltempo, das genau richtig zwischen „schnell“ und „genug Details“ liegt, bekommt man auch ein bisschen was von der Welt zu sehen. New York, namenloser Luftraum, Griechenland und natürlich Themyscira. Einige Explosionen, Feuergefechte und halsbrecherische Stunts sind ebenfalls dabei, es sollte also jeder was finden, dass er an dem Buch mag. Den Schreibstil will ich nicht zu genau ansprechen, weil ich es auf Englisch gelesen habe und das einfach nicht besonders gut beurteilen kann. Ich kam allerdings flüssig voran und habe nur wenige Wörter nachschlagen müssen.

Ich muss gestehen, dass der Twist am Ende irgendwie doch überraschend kam. Leigh Bardugo hat einen tollen Job gemacht, weil sie die anfänglichen Zweifel geschickt auf etwas anderen gelenkt hat, das für dieses Genre typisch ist. Und somit wurde ich am Ende überrascht. Ich schäme mich schon ein bisschen, dass ich darauf rein gefallen bin.

Für mich ist Wonder Woman: Warbringer ein toller Einstieg in die Geschichte der DC-Heldin gewesen und ich habe meine Zeit mit Diana und Alia sehr genossen.


Autor: Leigh Bardugo • Titel: Wonder Woman: Warbringer (DC Icons #1) • Verlag: Random House • Seiten: 369 • Format: Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, Taschenbuch, eBook • Preis: 12,99€ (GB); 6,99€ (TB); 14,49€ (ePub) • Erscheinungstermin: 29. August 2017 • Neugierig?

3 thoughts on “[Rezension] Wonder Woman – Warbringer”

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