Nachdem ich schon Buch 2 hier besprochen habe, MUSS ich irgendwie was zu Buch 3 schreiben, richtig? Ich meine, drüber schreiben will ich sowieso.

Kady, Ezra, Hanna und Nik haben die Bei-Tech Attacke auf Heimdall überlebt und sitzen nun im Weltraum fest, mit mehr Menschen, als für ihr kleines Schiff gedacht sind. Zudem arrangiert sich dir Führungsriege der Überlebenden von Heimdall und Hypatia nur schwer, Machtspielchen brechen aus. Als sie einen Funkspruch von Kerenza IV auffangen gerät alles außer Kontrolle …

Obsidio ist der letzte Teil dieser Weltraum-Sci-Fi-Trilogie und zugegeben nicht mein liebster Teil. Ich musste leider feststellen, dass sich der Effekt von Illuminae sehr abgenutzt hat – zumindest bei mir. Mich hat leider wenig in dem Buch mehr überraschen können. Irgendwie habe ich die Spannung nicht mehr richtig gefühlt und war so vertraut mit dem Universum, dass nichts mehr NEU war. Das ist leider Teil des Zaubers der ganzen Reihe und diesen plötzlich durchhaut zu haben, war naja, desillusionierend.

Was nicht bedeutet, dass das Buch nicht großartig war und ich keinen Spaß am Lesen hatte. Nur der Mind-blown-Effekt war weg. Und es war mir zu kurz. Es ist mittlerweile ein Trend geworden, den letzten Band kürzer zu machen oder kommt mir das nur so vor?

Dadurch, dass es mittlerweile 7 PoVs (Points of View) sind kann ich verstehen, dass wir nicht mehr mit der gewohnten Tiefe der Figuren rechnen können, bzw. einfach wenig Zeit für Nebensächliches bleibt. Das ist bei Kady, Ezra, Hanna und Nik nicht mehr zwingend nötig, da man sie aus den anderen Bänden genug kennt, aber gerade die neuen Figuren erschienen mir flacher und stereotypischer. Wenn ich jetzt (fast 2 Wochen später) versuche die Beziehung der neuen Figuren Asha und Rhys zu beschreiben, fällt mir eigentlich nur Knutsch-Bekanntschaft ein. Das klingt richtig abschätzig, aber unter den besonderen Umständen, unter denen sie sich (erneut) kennen lernen, bleibt wenig Zeit für Gespräche.

Allerdings hat mir wiederum der neue Handlungsort (Kerenza IV!) richtig gut gefallen. Kerenza kann man, gelinde gesagt, als Kriegsgebiet bezeichnen, da nicht alle Bewohner bei der Invasion getötet wurden und BeiTech natürlich nicht die Drecksarbeit machen möchte. Versklavung, Erpressung und Hinrichtungen stehen auf der Tagesordnung und zwischen all den Gefahren versucht Asha ihr Leben und Weitere zu beschützen.

Rhys hingegen kommt als Feind nach Kerenza, da er für BeiTech arbeitet. Er wird von der Magellan auf den Planeten versetzt und die persönliche Einsicht, die Rhys bietet, war super. Man lernt nicht nur das Team seiner Truppe kennen, sondern lernt sehr viel über die einzelnen Abläufe in der BeiTech-Hierarchie und mehr als nur ein Soldat muss im Verlaufe der Handlung festlegen wem er Rechenschaft schuldig ist: BeiTech oder seinem Gewissen.

Zudem setzten sich jetzt sehr viele Puzzleteile zusammen, zum Beispiel erfahren wir, wer die Videoaufzeichnungen niederschreibt und warum. Aidan sorgt wieder für Trubel und probiert seinen Humor aus, was übrigens gleichzeitig witzig, wie herzstoppend war. Viel mehr will ich gar nicht verraten, aber ich habe während des Lesens sofort „Heimweh“ nach Band 1 verspürt, weil ich so vieles plötzlich besser verstehen konnte und natürlich nochmal von vorne anfangen wollte.

Obsidio mag kürzer sein und nicht mit den besten neuen Figuren aufwarten, aber der Spannungsbogen, Hintergrundabläufe und schwierige Entscheidungen wurden erstklassig gezeigt und umgesetzt und das Ende hat mir wirklich gut gefallen.


Autor: Amie Kaufmann & Jay Kristoff • Titel: Obsidio (Illuminae Files_03) • Verlag: Alfred A Knopf • Seiten: 624 • Format: Gebunden mit Schutzumschlag, Taschenbuch, eBook • Preis: 12,99€ (GB); 9,99€ (TB); 4,19€ (ePub) • Erscheinungstermin: 13. März 2018 • Neugierig?

3 thoughts on “[Rezension] Obsidio (Illuminae Files_03)”

  1. … und wieder einmal in das hier der zweite Versuch einen Kommentar zu schreiben. Also nochmal 😀
    Deine Rezension spricht mir wirklich vollkommen aus der Seele, ich fand auch, dass der Überraschungseffekt sich mittlerweile abgenutzt hat, gerade gegen Ende, als es darum ging, ob Leute gestorben sind oder nicht, war einfach klar, dass die Autoren wieder irgendetwas abziehen, das man nicht kommen sieht, sodass es dann doch nicht so überraschend war. Das hat in den vorigen Bänden definitiv noch besser funktioniert 😀 Und ich bin auch in dem Punkt voll und ganz bei dir, dass Asha und Rhys im Vergleich zu den Protagonisten aus den vorigen Bänden recht blass bleiben. Mir persönlich hätte es gereicht, wenn der Fokus auf Kady und Ezra, beziehungsweise Hanna und Nik gelegen hätte, denn die vier habe ich schon kennen und lieben gelernt, während Asha und Rhys halt irgendwie nicht unbedingt uninteressant, aber eben auch nicht so spannend wie der Rest waren. Dafür fehlte den beiden tatsächlich etwas Screen Time.
    Aber auf der anderen Seite war das Ende finde ich total zufriedenstellend, weshalb das Buch zwar wie bei dir nicht mein Lieblingsband der Trilogie ist, aber irgendwie halt trotzdem ein schöner Schluss.
    … und ja. Eigentlich wollte ich dir in allen Punkten, die du in deiner Rezension aufgeführt hast voll und ganz zustimmen, es ging mir bei „Obsidio“ ganz genauso 😀

    1. Hi,
      ist das nicht ärgerlich mit der Kommentarfunktion? Ich habe schon so oft versucht bei dir zu kommentieren und es killt den Kommentar einfach jedes Mal. Deswegen Danke, dass du es trotzdem nochmal versucht hast. Schön, dass nicht nur mir mit Obsidio so ging, nach all den Reaktion im Netz hatte ich noch ein bisschen was „überraschenderes“ erwartet, aber ich mag das Ende trotzdem! Das muss ich vielleicht nochmal bearbeiten, ich finde, dass gerade die letzten Szenen richtig gut waren, mit genügend Charakterentwicklung und sehr zufrieden stellend. Ich liebe übrigens Pelmeni und muss unbedingt mal wieder welche machen, das sind die besten Nudeln überhaupt.
      Liebe Grüße, Frizzi.

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