Seit ich bei Yvo (Lecture of Life) von „Lieber Dady Long Legs“ gelesen habe, stand es auf meiner Wunschliste. Und das nicht nur wegen des schönen Covers- aber auch. Ich habe seit einigen Jahren eine Faible für ältere Kinder-/Jugendbücher, ich mag die Atmosphäre, die diese Bücher versprühen. Kein Internet, keine Mobiltelefone, sondern staubige Buchläden, untervermietete Zimmer, gemütliche Kaffeetrinken mit Freunden. Und „Daddy Long Legs“ passt haargenau in mein Beuteschema.

Jerusha Abbott wächst im Waisenhaus auf und hat somit kaum große Zukunftsmöglichkeiten. Doch nach einem weiteren Besuch der Gönner des Waisenhauses wird sie von einem mysteriösen Fremden auf ein College geschickt – und alles was er dafür von ihr möchte ist einen Brief pro Monat. Und natürlich, dass sie ihren Abschluss macht.

Daddy Long Legs ist ein Briefroman, einzig der erste Abschnitt nicht. Dieser war auch der schwächste Teil des ganzen Buches. Jedes folgende Kapitel ist ein Brief, manchmal kurze, manchmal lange Briefe und diese beleuchten Judys gesamte College-Laufbahn. Dieses Buch besticht besonders durch Judys Humor – Sie beschreibt ihren Alltag charmant und gewitzt. Diese Briefe sind nicht langweilig, ich fühlte mich direkt angesprochen, weil ich so viele von Judys Erfahrungen teilen kann. Die langen Tage und Nächte während der Prüfungsphasen, das langsame Entdecken der Unabhängigkeit, das erste Kochen. Die ersten eigenen Möbel. Und alles nimmt Judy mit einer Freude und Bescheidenheit, dass ich richtig zu schätzen lernte, was ich habe. Außerdem ist das ganze Buch mit Illustrationen gespickt, die Judy an ihren Gönner „Mr Smith“ schickt. Dass natürlich auch eine kleine Liebesgeschichte enthalten ist, sollte ich wohl auch erwähnen. Diese fand ich recht vorhersehbar, aber dennoch schön. Ich bin wirklich froh, dass ich LDDL auf der Buchmesse gekauft habe und ich kann es nur weiterempfehlen.


Jean Webster ¦ Lieber Daddy Long Legs ¦ Königskinder-Verlag ¦ 253 Seiten ¦ Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, eBook ¦ 18,99€ (HC); 12,99€ (ePub) ¦ Erscheinungsjahr 1912; Neuaufgelegt 2017 ¦ Neugierig?

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