{"id":3143,"date":"2019-02-28T09:00:43","date_gmt":"2019-02-28T08:00:43","guid":{"rendered":"https:\/\/buchundgewitter.de\/?p=3143"},"modified":"2019-11-10T09:50:38","modified_gmt":"2019-11-10T08:50:38","slug":"ein-wirklich-erstaunliches-ding-von-hank-green","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/buchundgewitter.de\/?p=3143","title":{"rendered":"Ein wirklich erstaunliches Ding\u2502Hank Green"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\">\n  <figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"4032\" height=\"3024\" src=\"https:\/\/buchundgewitter.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/530a4b8b-7462-47a5-adb7-70532d116e60.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3138\" srcset=\"https:\/\/buchundgewitter.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/530a4b8b-7462-47a5-adb7-70532d116e60.jpg 4032w, https:\/\/buchundgewitter.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/530a4b8b-7462-47a5-adb7-70532d116e60-300x225.jpg 300w, https:\/\/buchundgewitter.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/530a4b8b-7462-47a5-adb7-70532d116e60-768x576.jpg 768w, https:\/\/buchundgewitter.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/530a4b8b-7462-47a5-adb7-70532d116e60-700x525.jpg 700w\" sizes=\"auto, (max-width: 4032px) 100vw, 4032px\" \/>\n    <figcaption>*Hierbei handelt es sich um ein unangefragtes Rezensionsexemplar<\/figcaption>\n  <\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Wie bei so vielen anderen Bloggern, Booktubern und Influencern k\u00f6nnt ihr heute auch bei mir die Rezension zu Hank Greens Debut-Roman finden. Hank Green sollte jedem ein Begriff sein, der auch John Green kennt und wer John Green nicht kennt: Ein Jugendbuchautor, der mit viel Witz auch schwere Geschichten erz\u00e4hlt. John Greens Bruder Hank hat nun ein Buch geschrieben, dass bereits letzten Herbst in den USA erschienen ist und aufgrund Hanks Popularit\u00e4t einen gewissen Rummel ausgel\u00f6st hat. Nun habe ich das Buch gelesen und kann einiges verstehen, anderes wiederum nicht. <br><\/p>\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" style=\"text-align: center\">Darum gehts <br><\/h4>\n\n\n<p style=\"text-align: center\"><strong>April May ist mir ihrem Leben so halb zufrieden, als sie eines Nachts in New York einen gigantischen Roboter entdeckt, den sie als Kunstprojekt interpretiert und zusammen mit ihrem Kumpel Andy mitten in der Nacht ein kleines Video dreht, weil sie keine ignorante New Yorkerin sein will. Am n\u00e4chsten Morgen ist das Video bereits weltweit bekannt, da nicht nur ein \u201cCarl\u201d &#8211; so taufte April den Roboter kurzerhand &#8211; sonder 64 Carls in allen gro\u00dfen St\u00e4dten der Welt aufgetaucht sind. Pl\u00f6tzlich findet sich April in Mitten eines giganten Medienrummels wieder, da sie als Erste etwas dazu zu sagen hatte. Und dabei ist die Frage nach dem Warum und Wie der Carls noch gar nicht gekl\u00e4rt. <\/strong><br><\/p>\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" style=\"text-align: center\">Meine Meinung<br><\/h4>\n\n\n<p>Das Schlechte zuerst: Mir ist schon lange nicht mehr eine so unsympathische Protagonistin begegnet. April May ist wahnsinnig ignorant, kurzsichtig, selbstbezogen, impulsiv, erfolgsgeil, stur, anma\u00dfend und naiv. Und das macht sie leider auch zur perfekten Protagonistin f\u00fcr dieses Buch. <br><\/p>\n\n\n<p>Mein Leseerlebnis war durchgehend hei\u00df und kalt. Es hat etwas kalt angefangen, da Hank Green nicht mit Informationen spart und den Leser gerne torpediert, mit scheinbar allem, was ihm &#8211; oder seiner Protagonistin &#8211; so alles durch den Kopf geschossen ist. Mit Voranschreiten des Buches erkennt man dahinter langsam ein System, ein sehr gut funktionierendes zudem. Er schafft es n\u00e4mlich wunderbar komplexere Sachverhalte in Altagssprache zu \u00fcbersetzen und so den Einstieg in Sci-Fi zu vereinfachen. Dennoch fand ich den Anfang schwierig, es passierte wenig Spannendes, April war gelangweilt und etwas weltressistend und die Handlung fokussierte f\u00fcr meinen Geschmack zu sehr darauf die Figuren einzuf\u00fchren. Gleichzeitig hat der Autor April direkt zum Leser sprechen lassen, sie hat auf die Geschehnisse zur\u00fcck geblickt, w\u00e4hrend sie davon erz\u00e4hlt hat, hat einige fiese Kommentare zu sich und anderen abgegeben und immer den Hinweis auf \u201cda steckt mehr dahinter\u201d gegeben. Es war unterhaltsam, auf eine etwas fiese, absch\u00e4tzige Art. <br><\/p>\n\n\n<p>Nach ungef\u00e4hr 60 bis 80 Seiten wurde es langsam spannender, weil endlich der Science Fiction Aspekt dieses Buches ins Rollen kam: Das Warum der Carls. Diese sehr gro\u00dfen, unbeweglichen Roboter wurden im Buch erforscht und das R\u00e4tsel-raten und Herausfinden hat mir am meisten Spa\u00df gemacht, weil Aprils nervige Erz\u00e4hlstimme dann f\u00fcr einen Moment in den Hintergrund ger\u00fcckt ist. Dennoch kam sie oft genug wieder in den Vordergrund um mich zu nerven und \u00e4rgern und oft habe ich wegen ihr eine kurze Pause gebraucht. Der Spannungsbogen war teilweise etwas holprig, was auch viel mit Aprils Aufmerksamheit zu tun hatte, weil sie nat\u00fcrlich nicht alle Dinge gleichzeitig machen konnte und manchmal auch zu sehr in bestimmten Mustern festgefahren war. <\/p>\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n  <p>Carls Anziehungskraft war so stark, dass wir uns ihr einfach ergaben. Ich traf Entscheidungen, ziemlich dumme Entscheidungen, aber so f\u00fchlten sie sich in dem Moment f\u00fcr mich nicht an.<\/p>\n<cite>S.123<\/cite>\n<\/blockquote>\n\n\n<p>April passiert etwas, dem wohl jeder etwas gr\u00f6\u00dfere \u201cInfluencer\u201d (um damit mal einen Oberbegriff f\u00fcr jegliche Menschen mit einer gro\u00dfen digitalen Reichweite zu benennen) schon einmal gegen\u00fcber stand: Einfluss. Seit dem viralen Video bekommt April May eine Menge Aufmerksamkeit geschenkt und ihr wird auch von allen Seiten geraten, diese zu nutzen. Von der etwas zynischen jungen Frau, die keine Nachrichten schaut und h\u00f6chstens mal auf Instagram unterwegs ist, wird April zu einer stark vernetzen, Allzeit-twitternden, Geld-scheffelnden Person, die lieber ihren Followern beim wachsen zusieht, als sich um die Menschen zu k\u00fcmmern, die sie auch schon vorher mochten. <\/p>\n\n\n<p>W\u00e4hrend die Geschichte um die Carls und Aprils Weg diese zu ergr\u00fcnden erz\u00e4hlt wird, wird ebenfalls der Umgang einer m\u00f6glichen Alien-Invasion durch die Medien &amp; Menschheit angesprochen. Ich bin stark beeindruckt davon, wie gut Hank Green die aktuelle Lage getroffen hat und wie Vernetzung, Extremismus und Medien allgemein die Wahrnehmung ver\u00e4ndern k\u00f6nnen. Und auch, wie beschr\u00e4nkt wir Menschen immer noch denken. April, die offiziell als Carl-Botschafterin fungiert, bekommt n\u00e4mlich ein Briefing wie sie sich in der \u00d6ffentlichkeit zeigen soll und ihre Bisexualit\u00e4t wird deswegen ganz schnell zur Homosexualit\u00e4t ge\u00e4ndert, weil das einfacher zu verstehen ist; nur damit sie sp\u00e4ter darauf reduziert wird und es ihr in den Hinter bei\u00dft. Unsere Wahrnehmung h\u00e4ngt auch immer davon ab, wie wir die Person, die wir damit in Verbindung bringen wahrnehmen und das zeigt dieses Buch. <\/p>\n\n\n<p>Bisher habe ich nicht viel zu den Carls geschrieben, aber das will ich auch nicht, weil jedes bisschen Information schon zu viel ist. Es ist eine abgedrehte, krasse und recht witzige Interpretation von Au\u00dferirdischem Leben &#8211; eher Intelligenz &#8211; die durch ihren \u00dcberraschungseffekt besticht. Die Referenzen zu Popkultur, einarbeiten allt\u00e4glicher Hilfsmittel und Irrwitzigkeit der Carls ist eine Alien-Form die ich gerne \u00f6fter lesen m\u00f6chte. Dabei liegt dem allen eine entscheidende Frage zugrunde: Was ist, wenn das Au\u00dferirdische Leben weiter entwickelt ist, als wir? <\/p>\n\n\n<p>Sollte man dieses Buch also lesen? Ja. Hank Green hat eine wahnsinnig spannende, realistische und kritische Geschichte rund um unsere aktuelle Gesellschaft gesponnen, die auch f\u00fcr Einsteiger ins Sci-Fi-Genre gut zu lesen ist. Mein gr\u00f6\u00dftes Problem war Protagonistin April und ihre diversen Eigenschaften und schlechten Entscheidungen. <\/p>\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\">\n\n<p style=\"text-align: center\"><em>\u00fcbersetzt von: <\/em>Katarina Ganslandt &#8211; <em>Verlag:<\/em> bold &#8211; <em>Seiten:<\/em> 443 &#8211; <em>Format:<\/em> Hardcover, eBook &#8211; <em>Preis:<\/em> 22,00 (HC); 18,99 (ePub) &#8211; <em>Erscheinungstermin:<\/em> 28. Februar 2019 &#8211; <em><a href=\"https:\/\/www.readbold.de\/buecher\/ein-wirklich-erstaunliches-ding\/\">Neugierig?<\/a><\/em><\/p>\n\n\n<p><strong>Vielen Dank an den Verlag f\u00fcr die unangefragte Zusendung eines Rezensionsexemplares und der B\u00fccher f\u00fcr den Book Drop.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie bei so vielen anderen Bloggern, Booktubern und Influencern k\u00f6nnt ihr heute auch bei mir die Rezension zu Hank Greens Debut-Roman finden. Hank Green sollte jedem ein Begriff sein, der auch John Green kennt und wer John Green nicht kennt: Ein Jugendbuchautor, der mit viel Witz auch schwere Geschichten erz\u00e4hlt. 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