{"id":1915,"date":"2018-08-15T17:11:11","date_gmt":"2018-08-15T15:11:11","guid":{"rendered":"https:\/\/buchundgewitter.de\/?p=1915"},"modified":"2019-03-25T20:46:49","modified_gmt":"2019-03-25T19:46:49","slug":"rezension-jane-austen-jagd-auf-das-verschollene-manuskript","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/buchundgewitter.de\/?p=1915","title":{"rendered":"Jane Austen: Jagd auf das verschollene Manuskript von Kathleen Flynn"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_2107\" aria-describedby=\"caption-attachment-2107\" style=\"width: 790px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2107 size-large\" src=\"https:\/\/buchundgewitter.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/final1534691748591-1024x591.jpg\" alt=\"\" width=\"790\" height=\"456\" srcset=\"https:\/\/buchundgewitter.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/final1534691748591-1024x591.jpg 1024w, https:\/\/buchundgewitter.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/final1534691748591-300x173.jpg 300w, https:\/\/buchundgewitter.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/final1534691748591-768x443.jpg 768w, https:\/\/buchundgewitter.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/final1534691748591-700x404.jpg 700w\" sizes=\"auto, (max-width: 790px) 100vw, 790px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2107\" class=\"wp-caption-text\">Bei diesem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar.<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>S<\/strong>eit ich Anfang des Jahres zwei B\u00fccher von Jane Austen gelesen habe, bin ich super fasziniert von dieser Autorin und konnte zu einem Buch, dass sich mit ihrem Leben und Zeitreisen besch\u00e4ftigt nicht Nein sagen.<\/p>\n<p>Allerdings kam bereits nach den ersten paar Seiten die Ern\u00fcchterung: Dieses Buch ist langweilig. Vielleicht liegt es an der \u00dcbersetzung, vielleicht hatte ich auch zu hohe Anspr\u00fcche. Dieses Buch las sich weder wie ein Jane Austen Roman (Auch wenn die Autorin es stark versucht hat), noch wie eine spannende Zeitreisegeschichte. Es war eher so ein Zwischending, das mich leider nicht \u00fcberzeugt hat.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\">Darum gehts<\/h4>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><img class=\"size-medium wp-image-2007 aligncenter\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"37\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-2007 aligncenter\" src=\"https:\/\/buchundgewitter.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Blogzwischen\u00fcberschriften-300x37.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"37\" \/>Rachel und Liam kennen sich kaum, als sie zusammen in der Zeit zur\u00fcck reisen, um das verschollene Manuskript von Jane Austen direkt von ihrem Schreibtisch zu klauen. Als Bruder und Schwester aus Jamaika getarnt versuchen sie sich einen Zugang zur Austen-Familie zu verschaffen, um so nah wie m\u00f6glich an die Autorin heran zu kommen. Aber die Ereignisse bewegen sich 1815 in ihrem eigenen Tempo &#8230;\u00a0\u00a0<\/strong><\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\">Meine Meinung<\/h4>\n<p><img class=\"size-medium wp-image-2006 aligncenter\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"37\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-2006 aligncenter\" src=\"https:\/\/buchundgewitter.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Blogzwischen\u00fcberschriften-1-300x37.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"37\" \/>Ich habe dieses Buch 30 Tage lang gelesen, teilweise musste ich mir Leseziele setzen, um \u00fcberhaupt voran zu kommen. Der Ton des Buches ist aufgrund vieler Faktoren sehr tr\u00e4ge, dazu z\u00e4hlt auf jeden Fall der Schreibstil, die Figuren und die Handlung.<\/p>\n<p>Fangen wir mit dem Schreibstil an: Jane Austens B\u00fccher zeichnen sich meiner Meinung nach durch ihre pfiffige Erz\u00e4hlweise und versteckten Botschaften aus. Gleich von Beginn an hatte das Gef\u00fchl, dass Kathleen Flynn dies zu imitieren versucht, allerdings mit wenig Erfolg. Die S\u00e4tze wirkten \u00f6fter konstruiert, teilweise war die Zeichensetzung merkw\u00fcrdig und W\u00f6rter falsch gebildet. Da ausschlie\u00dflich aus der Sicht von Rachel, die im 19. Jahrhundert als Mary Ravenswood bekannt ist, erz\u00e4hlt wird, kommt es zu keinem Tonwechsel im Erz\u00e4hlstil und auch das Auftreten anderen Figuren macht die Handlung wenig spannend.<\/p>\n<p>Rachel ist eine sehr zur\u00fcckhaltende Protagonistin und sie erz\u00e4hlt viel. Selten kommt es zu direkter Konversation, meistens tats\u00e4chlich mit den Austens selber und da auch nur zu h\u00f6flicher Konversation. Schlecht dargestellte Rollenbilder machen die Figuren zus\u00e4tzlich eher langweilig und die angebliche emanzipierte Rachel passt sich nach ersten Schwierigkeiten nahtlos in die dr\u00f6ge Existenz der Frauen dieser Zeit ein. Das Auftreten von Jane Austen fand ich zudem eher entt\u00e4uschend, obwohl ich da keinesfalls ein Experte bin. Die wortgewandten Gespr\u00e4che die mich in <em>Stolz und Vorurteil<\/em> und <em>Verstand und Gef\u00fchl<\/em> oftmals erstaunt haben, fehlten mir hier v\u00f6llig. Zudem ist Rachel ein sehr kopflastiger Mensch, oft schweift sie mit ihren Gedanken ab und dem muss man als Leser nat\u00fcrlich folgen. Die sowieso schon gem\u00fctliche Handlung wird damit zus\u00e4tzlich noch einmal gezogen.<\/p>\n<p>Die eigentliche Mission &#8211; das Manuskript von <em>The Watsons<\/em> zu stehlen, bevor es verloren geht &#8211; zeichnet sich ebenfalls durch Nichtexistenz aus. Auf keinen Fall d\u00fcrfte man es eine Jagd nennen, denn etwas weniger Spannendes habe ich selten gelesen. Aufgrund der Geschlechterrollen im 19. Jahrhundert ist es eine unausgesprochene Regel, dass Rachel das Manuskript beschaffen muss, das es f\u00fcr einen Mann unm\u00f6glich w\u00e4re in die privaten R\u00e4ume einer unverheirateten Frau vorzudringen. Rachel erweist sich nicht als besonders geschickt dabei, ihre ganze Vorgehensweise ist plump und sehr durchschaubar. Dennoch schafft es die Autorin innerhalb von den letzten 100 Seiten einen Twist nach dem anderen einzubauen und alles, wof\u00fcr in dem Buch gearbeitet worden ist, umzuwerfen.<\/p>\n<p>Das Zeitreisen selber, dass eigentlich eine gro\u00dfe Rolle spielen sollte, wird unzureichend bis gar nicht erkl\u00e4rt, nur ein paar physikalisch klingende, allgemein akzeptierte Vorstellungen von Wurml\u00f6chern werden in den Raum gestellt und dann darf der Leser sich selbst etwas zusammen reimen. Auf ungef\u00e4hr 30 Seiten wird ein kurzer Einblick in die Welt gew\u00e4hrt, der Liam und Rachel eigentlich entstammen und abgesehen von vagen Anhaltspunkten wie das &#8222;gro\u00dfe Sterben&#8220; wird wenig von der dystopischen Welt offenbart.<\/p>\n<p>Ein wenig noch zum Ende: Es ist sehr offen gelassen und wirkt unglaublich gehetzt. Alles was zuvor im Buch an Dramatik und Spannung gefehlt hat, wird hier in einem ungesunden Tempo noch eingef\u00fcgt, dass sich dem Leser am Ende der Kopf dreht. Zudem ist die dystopische Welt, aus der Rachel kommt, vorher kein einziges Mal erw\u00e4hnt worden und pl\u00f6tzlich bekommt der Leser alle Informationen auf einmal. Demnach f\u00fchlte sich der Weltenbau wenig durchdacht und sehr oberfl\u00e4chlich an.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: center;\"><i>Autor*in<\/i>: Kathleen Flynn \u2022\u00a0<i>Titel<\/i>: Jane Austen: Jagd auf das verschollene Manuskript \u2022\u00a0<i>Verlag<\/i>: Harper Collins Germany \u2022\u00a0<i>Seiten<\/i>: 396 \u2022\u00a0<i>Format<\/i>: Taschenbuch mit Klappenbroschur, eBook \u2022\u00a0<i>Preis<\/i>: 14,99 \u20ac (TB); 10,99 \u20ac (ePub) \u2022\u00a0<i>Erscheinungstermin<\/i>: 2. Mai 2018 \u2022\u00a0<i>Neugierig<\/i>? <a href=\"https:\/\/www.thalia.de\/shop\/home\/artikeldetails\/EAN9783959671880\/?ProvID=10911403&amp;pid=808233-rdetail&amp;affmt=2&amp;affmn=186\">Thalia.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit ich Anfang des Jahres zwei B\u00fccher von Jane Austen gelesen habe, bin ich super fasziniert von dieser Autorin und konnte zu einem Buch, dass sich mit ihrem Leben und Zeitreisen besch\u00e4ftigt nicht Nein sagen. Allerdings kam bereits nach den ersten paar Seiten die Ern\u00fcchterung: Dieses Buch ist langweilig. 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