{"id":1211,"date":"2018-04-04T10:00:17","date_gmt":"2018-04-04T08:00:17","guid":{"rendered":"https:\/\/buchundgewitter.wordpress.com\/?p=1211"},"modified":"2019-12-12T22:56:24","modified_gmt":"2019-12-12T21:56:24","slug":"mausmeer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/buchundgewitter.de\/?p=1211","title":{"rendered":"Mausmeer\u2502Tamara Bach"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"575\" src=\"http:\/\/buchundgewitter.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/138ca320-97c7-4304-8ca9-636b127936d0-1024x575.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1214\" srcset=\"https:\/\/buchundgewitter.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/138ca320-97c7-4304-8ca9-636b127936d0-1024x575.jpeg 1024w, https:\/\/buchundgewitter.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/138ca320-97c7-4304-8ca9-636b127936d0-300x168.jpeg 300w, https:\/\/buchundgewitter.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/138ca320-97c7-4304-8ca9-636b127936d0-768x431.jpeg 768w, https:\/\/buchundgewitter.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/138ca320-97c7-4304-8ca9-636b127936d0-700x393.jpeg 700w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Dieses kleine B\u00fcchlein hat mich vom Carlsen-Verlag erreicht und ich freue mich immer noch, dass ich lesen durfte. Es war etwas komplett anderes und ich habe \u00fcberhaupt nicht mit der Handlung gerechnet.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-text-align-center wp-block-heading\">Zum Inhalt<\/h4>\n\n\n\n<p><strong>Ben will Annika eigentlich nur mal in einem ruhigen Moment erwischen, um mit ihr zu reden. Aber Annika steckt so in ihrer Hausarbeit fest, dass sie ihm nie richtig zuh\u00f6rt. Also schnappt Ben sich eines Abends seine angetrunkene Schwester, steckt sie in ein Auto und f\u00e4hrt mit ihr zum alten Haus ihres verstorbenen Opas.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-text-align-center wp-block-heading\">Meine Meinung<\/h4>\n\n\n\n<p>Das Allererste, das an diesem Buch auff\u00e4llt, ist der Stil. Es sind wahnsinnig kurze, abgehackte S\u00e4tze, manchmal nicht einmal grammatisch richtig. Ich bin mir nicht sicher, ob die Autorin damit einen Eindruck vom mentalen Zustande der Figuren vermitteln wollte oder einfach dachte, dass Jugendlich heute so denken, bzw. schreiben. Es dauerte etwas, ehe ich mich daran gew\u00f6hnt hatte, und auch, wenn der Stil sehr poetisch wirkt und jedes Wort im Kopf nachklingt, zieht sich das Buch deswegen sehr.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-style-large is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Ich steige aus, taste mich ab, keine Tasche, nichts in der Hose, in der Jacke ein Labello, ein, zwei alte Tampons. &#8211; S.13<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Das Buch behandelt im wesentlichen die \u00c4ngste und Sorgen von jungen Erwachsenen den Anforderungen unserer Gesellschaft nicht gerecht werden zu k\u00f6nnen. Annika ist vom ihrem Studium gefangen, geht sehr lustlos an alles heran und trinkt, um ihre Probleme ab und zu zu vergessen. Ben hat die Schule abgebrochen, es aber noch keinem erz\u00e4hlt. F\u00fcr ihn steht fest, dass die letzten paar Wochen bis zum Abitur nicht mehr wichtig sind, dass er nichts mehr lernen will. Aber jetzt h\u00e4ngt er in der Luft, denn er hat keinen wirklichen Plan oder eine Alternative. Das Haus seines Opas, dass er und Annika teilweise bewohnen, ist zudem mit Erinnerungen gef\u00fcllt, die jetzt nicht mehr wahr sind und beide m\u00fcssen diese Art von Verlust ebenfalls verarbeiten. Insgesamt ist dieses Buch ein ziemliches Gef\u00fchls-Kuddelmuddel und ich war beim Lesen sehr deprimiert.<\/p>\n\n\n\n<p>So kurz dieses Buch auch war, es hat eine starke Botschaft und vermittelt diese beklemmend und sehr real. Und auch, wenn ich Annikas und Bens Entscheidungen nicht guthei\u00dfe, liegt meiner Meinung nach das Problem in unserer Gesellschaft. Der Druck der auf diesen junge Leuten lastet, k\u00f6nnte durch helfende H\u00e4nde und offene Ohren gelindert werden; wenn man keinen Grund mehr sieht weiter zu machen, sollte man nicht von aller Welt daf\u00fcr bestraft werden, sondern \u00fcber Alternativen nachdenken und Unterst\u00fctzunge bekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Viele von Bens und Annikas Entscheidungen werden durch den Einfluss der Eltern gen\u00e4hrt und dieser ist alles andere als gut. Die Eltern haben n\u00e4mlich einen klaren Liebling &#8211; Annika &#8211; und in ihren Augen ist sie wahnsinnig vern\u00fcnftig und unfehlbar und alles ist automatisch Bens Schuld. In einer Szene vergleicht Annika sich mit Ben und nennt sich &#8222;die gute Tochter&#8220; und sagt, dass Ben schon immer ein Problemkind war. Sp\u00e4testens nach dieser Aussage war mir Annika absolut unsympathisch und das hat sich bis zum Ende ds Buches nicht mehr ge\u00e4ndert.<\/p>\n\n\n\n<p>Erst nachdem die Geschwister einen gemeinsamen Feind gefunden haben, k\u00f6nnen sie miteinander reden und die Karten auf den Tisch legen und dann endet das Buch auch schon. Ich habe mit dem Ende einige Probleme. Zum einen ist es wahnsinnig unbefriedigend, denn ich w\u00fcsste sehr gerne, wie Ben sein Leben jetzt lebt. Zum anderen suggeriert das Ende auch, dass ein Schulabruch gut sein kann, denn es wird keinerlei Wertung dazu abgegeben. Ich denke, dass das in den K\u00f6pfen vieler junger Leute verheerenden Schaden anrichten k\u00f6nnte. Erst recht aus den Gr\u00fcnden, die Ben angibt.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-text-align-center wp-block-heading\">Fazit<\/h4>\n\n\n\n<p>Ich bin sehr gespaltener Meinung. Ich kann vieles nachvollziehen und f\u00fchlte mich auch angesprochen, jedoch ist die Handhabung der Probleme aus meiner Sicht falsch. Und irgendwie las es sich nur wie ein weiteres Buch, dass ein Erwachsener geschrieben hat, der denkt, dass er w\u00fcsste, was im Kopf eines jungen Erwachsenen vorgeht.<\/p>\n\n\n\n<p>Letztendlich muss wohl jeder Leser f\u00fcr sich entscheiden, wie er zu dem Buch steht, aber ein wichtiges Thema und interessantes Leseerlebnis ist es trotzdem.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Mausmeer<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"has-background has-text-align-center has-very-light-gray-background-color\"><em>Autor<\/em>: Tamara Bach \u2022 <em>Titel<\/em>: Mausmeer \u2022 <em>Verlag<\/em>: Carlsen \u2022 <em>Seiten<\/em>: 142 \u2022 <em>Format<\/em>: Gebunden mit Schutzumschlag, eBook \u2022 <em>Preis<\/em>: 12,99\u20ac (GB), 8,99\u20ac (ePub) \u2022 <em>Erscheinungstermin<\/em>: 28. Februar 2018 &nbsp;\u2022&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.thalia.de\/shop\/home\/artikeldetails\/mausmeer\/tamara_bach\/EAN9783551583802\/ID88973054.html\">Neugierig?<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>*<em><strong>Vielen Dank an den Carlsen-Verlag f\u00fcr dieses Rezensionsexemplar.\u00a0<\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieses kleine B\u00fcchlein hat mich vom Carlsen-Verlag erreicht und ich freue mich immer noch, dass ich lesen durfte. Es war etwas komplett anderes und ich habe \u00fcberhaupt nicht mit der Handlung gerechnet. Zum Inhalt Ben will Annika eigentlich nur mal in einem ruhigen Moment erwischen, um mit ihr zu reden. 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